Ringvorlesung: Wirtschaft für Alle!

 

Unsere Ringvorlesung im Wintersemester:

Wirtschaft für Alle! - Plurale Perspektiven für eine zukunftsfähige Ökonomie

Nach erfolgreicher Ausrichtung einer Ringvorlesung im Sommersemester 2021, haben wir für das Wintersemester 2021/22 wieder ein tolles Programm zu pluralen und wirtschaftlichen Themen zusammengestellt.
Visualisierung der Ringvorlesung

Und das Beste ist: Dieses mal habt ihr als Studierende der CAU die Möglichkeit euch die Teilnahme an der Ringvorlesung als Studienleistung anrechnen zu lassen - als offizielles Kursangebot am Zentrum für Schlüsselqualifikationen (ZfS) könnt ihr 2,5 ECTS-Punkte in der Fachergänzung bekommen! Die Prüfungsleistung besteht in einem Portfolio zur individuellen Kompetenzentwicklung im Projekt.

 

Die Ringvorlesung findet dienstags um 18:00 c.t. online über Zoom statt: https://uni-kiel.zoom.us/j/65777952864

 

Übersicht über die Termine:


Dienstag, 19.10.2021 18 Uhr:
Einführungsveranstaltung für Studierende der CAU
Was ist Plurale Ökonomik?

Claudius Gräbner-Radkowitsch und die Hochschulgruppe RE Kiel

Grußwort von Claudius Gräbner-Radkowitsch, neu ernannter Professor für Plurale Ökonomik in Flensburg

Im Anschluss werden wir als Hochschulgruppe uns vorstellen und euch von unserer neuen Ringvorlesung erzählen. Dabei wird es insbesondere auch um die Prüfungsleistung gehen.

 

Wachstum und Umwelt

Dienstag, 26.10.2021 18 Uhr:     
Wachstumszwang

Mathias Binswanger

Der Vortrag geht dem Wachstumsverständnis des westlich geprägten Wohlstandsmodells nach, dass Wirtschaftswachstum zu höherem Wohlbefinden führt und dessen Fragwürdigkeit hinsichtlich immenser ökologischer Auswirkungen auf die Umwelt: “Wie können heutige Wirtschaften längerfristig ohne Wachstum überhaupt funktionieren? Eine eingehende Analyse des ökonomischen Geldkreislaufes zeigt, dass dies längerfristig nicht möglich ist. Moderne Wirtschaften funktionieren nicht ohne Wachstum des Bruttoinlandproduktes, da sie andernfalls in eine Abwärtsspirale geraten. Es gibt nur die Optionen, entweder zu wachsen oder zu schrumpfen. Dieser Zwang zum Wachstum wurde über lange Zeit allerdings kaum als solcher wahrgenommen. Mit dem Wachstum war ein Heilsversprechen auf bessere Zukunft verbunden, das sich in grossen Teilen auch bewahrheitet hat. Doch aus diesem Heilsversprechen wird in neuester Zeit zunehmend eine Zwangshandlung.

 

Dienstag, 02.11.2021 18 Uhr:
Kulturelle Wachstumskritik als Möglichkeit der Überwindung des Wachstumsdenken 

Laura Porak

In diesem Vortrag werden wir uns mit kulturellen Dimension von Wirtschaftswachstum auseinandersetzen. Dazu werden wir zuerst die historische Gewordenheit des sogenannten “Wachstumsparadigmas” näher betrachten und in Folge eine fundierte philosophische und soziologische Kritik an diesem Denken kennenlernen. Zuletzt werden einige (positive) Aussichtspunkte einer möglichen Überwindung des vorherrschenden Wachstumsdenken in Aussicht gestellt. 

 

Wednesday, 10.11.2021 18 Uhr:
Feminism and Degrowth (English)

Bengi Akbulut

Degrowth is often misunderstood as a reduction of GDP. Rather than that it aims at reducing material consumption and thus environmental impact while at the same time focusing on human wellbeing instead of economic growth. In this lecture Bengi Abkulut will include a feminist economics perspective on the critique of growth, with a special focus on social reproduction and the future of work.

 

Dienstag, 16.11.2021 18 Uhr:
Tierwohl zwischen Milchleistung und Schlachtgewicht: Ist die ökonomische Nutzung von Tieren ethisch vertretbar?

Friederike Schmitz

Dr. Friederike Schmitz wird in einem einführenden Vortrag den Umgang mit Tieren thematisieren, insbesondere in der industriellen Nutztierhaltung. Neben Aspekten der Tierethik werden auch die politischen, ökonomischen und gesetzlichen Bedingungen angeschnitten, welche unser aktuelles Tierhaltungssystem ermöglichen und stützen. Abschließend legt Dr. Schmitz dar, wie eine bessere Zukunft für Mensch und Tier aussehen könnte.

 

Wirtschaft - aber divers!

 

Tuesday, 23.11.2021 18 Uhr:
Racism and Colonialism in Economics: Does economics need to be decolonised? (English)

Ingrid Kvangraven

Amid growing calls to ‘decolonise the curriculum’ in universities, economics has been particularly targeted for having problems with race and Eurocentrism. Ingrid Kvangraven will talk about the colonisation of economics, its impact and how decolonisation would look like.

 

Dienstag, 30.11.2021 18 Uhr:
Postdevelopment und Buen Vivir: Postkoloniale Perspektiven auf Entwicklung

Philipp Altmann

Prof. Philipp Altmann wird in einem einführenden Vortrag die Postdevelopment-Theorie am Beispiel des ‘Buen Vivir‘ Konzeptes darstellen, welches im westlichen Diskurs um Kapitalismuskritik eine populäre Rolle einnimmt. Nach Prof. Altmann sei ‘Buen Vivir‘ als fehlerhafte Übersetzung des ‘Sumak Kawsay’ zu verstehen, einem Konzept ecuadorianischer Indigener, das unter anderem das harmonische Zusammenleben zwischen Mensch und Natur sowie die Abkehr zur Idee einer linearen ökonomischen Entwicklung betont. Letztlich manifestiere sich ‘Buen Vivir‘ jedoch als Ausdruck westlicher Hegemonie. Prof. Altmann wird argumentativ darlegen, wie der Globale Norden sich nicht nur Rohstoffe, sondern auch Ideen des Globalen Südens aneignet, um dieses sodann in scheinbar gehaltvollen Theorien zu inkorporieren. Ideen und Glaubensvorstellungen indigener Völker würden somit nicht nur verfälscht wiedergegeben, sie würden zudem von einigen Aktivisten im Globalen Norden delegitimiert und vereinnahmt.

 

Tuesday, 07.12.2021 18 Uhr:
Domination in Economics - why does class matter? (English)

Lillian Cicerchia

Lillian Cicerchia is going to talk to us about her paper “Why Does Class Matter?” (https://doi.org/10.5840/soctheorpract2021916136), in which she develops an argument for the normative importance of class. She also argues for rejecting notions of class that center on income and consumption levels or social status, which are popular in contemporary social science, in favor of a marxist conception that stresses labor-market dependency and ownership of the means of production. From this perspective she also makes criticisms of neoclassical economic theory that are going to be relevant for anyone studying economics or a related subject today.

 

Dienstag, 14.12.2021 18 Uhr:
Soziologie der Ökonomik (TBC)

 

Perspektivwechsel auf Geld und Finanzen 

 

Dienstag, 11.01.2022 18 Uhr:
Ethik der Börse

Sven Grzebeta

Die Börse, so ein weit verbreitetes Bild, wird dominiert von Egoismus und Gier. Im Fokus steht die Maximierung des Shareholder Values. Ist es Unternehmen in diesem Rahmen überhaupt möglich ethisch zu agieren? Gibt es einen gleichberechtigten Zugang zu den Wertsteigerungsmöglichkeiten oder ist dieser nur wohlhabenderen Menschen vorbehalten? Der Wirtschaftsethiker Sven Grzebeta spricht über den vermeintlichen Widerspruch von Ethik und Börse.

 

Tuesday, 18.01.2022 18 Uhr:
MMT (Modern Monetary Theory)

Nia Cola

Over the past few years, Modern Monetary Theory (MMT in short) has emerged as one of the most popular new theoretic approaches in economics. Even though, at first glance, it deals with the rather arcane subject of currency, it has attracted advocates and critics across the political spectrum. Some see it as a solution to political gridlock and austerity, others go as far as calling MMT a cult-like pseudoscience. In this lecture, Nia Cola will give us an introduction to this controversial theory.

 

Dienstag, 25.01.2022 18 Uhr:
Schuldenbremse

Florian Schuster

Höhere Staatsschulden werden in der öffentlichen Debatte meistens negativ bewertet. Doch wie muss sich die Schuldenbremse im Grundgesetz und das gesellschaftliche Verständnis von staatlichen Schulden sich wandeln, um im Rahmen der Klimakrise eine solide Finanzierung des Staates und notwendiger Investitionen zu sichern?

 

Dienstag, 01.02.2022 18 Uhr:
Sustainable fiscal and monetary policy

Maria Nikolaidi

In her talk, Maria Nikolaidi will cover stock and flow models in ecological macroeconomics as well as implications for fiscal and monetary policy.